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Das Fotobuch erinnert

Februar 5th, 2009 · No Comments

In der Freizeit in einem Fotobuch zu blättern, lässt manche Erinnerung wieder lebendig werden. Wie schön es doch war, als man im Urlaub gewesen ist, und durch die herrliche, unbekannte Natur schweifen konnte. Die Vögel haben gezwitschert, die Laubbäume raschelten, und als man so durch den Wald gewandert ist, hatte man sogar das Glück, einen besonders prächtigen Hirsch mit einem beeindruckenden Geweih vor die Kamera zu bekommen. Seite für Seite blättert man durch das Buch, und erinnert sich Tag für Tag zurück an diese tollen Ferien. Mit der Zeit verblassen die Erinnerungen an das meiste, was man jemals erlebt hat. Nur noch einzelne Fragmente bleiben in den Gedanken erhalten; entweder das besonders Schöne, oder das eher Schreckliche, was einem widerfahren ist.

Das Titelblatt vom Fotobuch ziert das Lieblingsfoto aus diesem Urlaub. Hand in Hand saß man da, versunken in inniger Zweisamkeit, mit seinem geliebten Partner, in der Romantik eines Sonnenuntergangs gefangen. Der Selbstauslöser oder ein vorbeigehender Wanderer hat dieses Foto gemacht. Daran erinnert man sich, wenn man das Bild wieder sieht; doch wie sah dieser Wanderer aus? Egal, es wird sich gleich wieder den Impressionen aus dem Buch zugewandt. Nicht oft hat man als Paar in der Hektik des Alltags Zeit, so einträchtig und friedlich nebeneinander zu sitzen und sich ganz auf einander und den herrlichen Sonnenunterganz zu konzentrieren.

Nicht alle Eindrücke bleiben im Fotobuch erhalten. Eben das Zwitschern der Vögel, die Eisenbahn, die in der Nähe vorbeifuhr, und die abendliche Stille unterbrochen hat, oder die Gruppe schwatzender Wanderer, die am Bänkchen vorbeiging, kann das Fotobuch nicht festhalten. Dennoch wird man sich auch daran erinnern, obwohl die eigentliche Dokumentation diese akustischen Impressionen nicht wiedergibt. Auch der Duft der frisch abgemähten Wiese, des sich im Wind wiegenden Waldes oder der Geschmack der Seeluft auf den Lippen, wenn man die Ferien in Meernähe verbracht hat, lassen sich nicht einfangen. Auch hier muss man sich in die Erinnerung vertiefen, um dies alles wieder spüren zu können.

Was jedoch im Fotobuch sehr oft eingefangen wird, sind Gefühle. Man kann an einem Foto durchaus erkennen, wie die Stimmung just in diesem Moment gewesen ist. Der zärtliche Blick, den der Partner in die Kamera geworfen hat, zeugt von der tiefen Zuneigung zwischen den beiden Urlaubern, die sich ja im Urlaub, wenn sämtlicher Stress fehlt, umso mehr deutlich macht. Das strahlende Lachen in den Gesichtszügen der Frau auf dem nächsten Foto lässt darauf schließen, wie fröhlich dieser Moment gewesen ist. Auch wenn auf manchen Bildern posiert wird, anstatt die momentane Stimmung festzuhalten, kann man sehen, wie die Gefühlslage gewesen ist.

Nicht jeder Ort bleibt den Urlaubern in ganzer Erinnerung. Man weiß zwar noch, dass man in jener Stadt eine Kirche angesehen hat, doch die genauen Bilder hat man erst wieder vor Augen, wenn man das Fotobuch zur Hand nimmt, in dem die tolle Baukunst aus vergangenen Jahrhunderten festgehalten ist. Sieht man das Bild der Kirche dann wieder, kann man sich auch an den wunderschönen Brunnen, den kleinen Biergarten in der Nebenstraße und die Allee, die zur Kirche führte erinnern. Wie gut ist es doch, dass die Technik, die immer erschwinglicher wird, solche Möglichkeiten schafft.

Das besondere am Fotobuch ist, dass man mit ihm die Möglichkeit hat, einfach durch die erlebten Tage zu blättern. Man holt das Büchlein aus dem Regal, wann immer man Lust danach hat, und kann sich Seite für Seite noch einmal in die Orte zurückdenken, die man besucht hat, und die Erlebnisse Revue passieren lassen. Und es ist ganz sicher: Ein Bild reicht aus, um sich an viele kleine Einzelheiten zu erinnern, die man ohne das Foto im Buch längst vergessen haben würde, weil es von ihnen selbst kein Foto gibt.